Wasseraufbereitungsanlagen zur Vollentsalzung

Produktion von Chemiefasern: Speziell angepasste Wasseraufbereitungsanlagen zur Vollentsalzung

Über die Spinnerei bis hin zur Kabelproduktion und zum Faserzuschnitt: Bei all diesen Arbeitsstufen wird vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) benötigt – ein nahezu reines Wasser, das weitgehend elektrolytfrei ist  und eine geringe Leitfähigkeit aufweist. Etwa 70 Prozent des Wassers wird für die Produktion von Polyester-Erzeugnissen eingesetzt. Um gewünschte chemische Reaktionen hervorzurufen bzw. diese nicht zu stören, muss das Wasser möglichst salzfrei sein. Individuell angepasste Wasseraufbereitungssysteme können für einen deutlich geringeren Wartungsaufwand und eine höhere Wirtschaftlichkeit sorgen.

Durch vollentsalztes Wasser vermeiden Faserhersteller unter anderem Ablagerungen im Dampfkessel, die oft zu Korrosionsschäden und im schlimmsten Fall auch zum Bersten eines Kessels führen könnten. Alle weiteren Behältnisse, Leitungen und Armaturen, mit denen das Wasser auf seinem Weg zu den Fertigungsstufen in Kontakt kommt, werden durch vollentsalztes Wasser gleichfalls geschont, sofern sie aus geeigneten Werkstoffen bestehen.

Zuverlässigkeit und reduzierte Logistik

Individuell angepasste Wasseraufbereitungsanlagen sollten das gewünschte reine Wasser in höchster Qualität liefern, ohne den Einsatz von Gefahrstoffen auskommen, und zudem die Wartung vereinfachen sowie rund um die Uhr verfügbar sein. Tatsächlich würde ein Ausfall unter Umständen mehrere hunderttausend Euro am Tag kosten. Daher ist die Zuverlässigkeit einer solchen Anlage ein extrem wichtiges Kriterium.

Allein die Zuarbeit für den beginnenden Entsalzungsvorgang war früher viel aufwändiger. So mussten beispielsweise täglich rund 300 kg Regeneriersalz aus 25-kg-Säcken händisch in Salzbehälter gefüllt werden. Diesen hohen logistischen Aufwand spart man sich durch die neue Lösungen, bei dem große Salzsole-Bunker entstehen (in der fürs Unternehmen benötigen Größe), in denen kontinuierlich Sole gebildet wird und damit die Solezumessgefäße der Enthärtungsanlagen gespeist. In dieser Konstellation wird lediglich alle 1,5 Monate das dazu nötige Salz im Silo-LKW angeliefert.

Zweite Reinheitsstufe durch Umkehrosmose

In Umkehrosmose-Anlagen werden semipermeable Membranen eingesetzt, die ausschließlich wasser-, nicht aber salzdurchlässig sind. In dieser Stufe entsteht dann endgültig eine Vollentsalzung und das gewünschte „reine Wasser“. Alle Anlagenteile, mit denen es in Kontakt kommt, eine haben längere Lebenszeit und müssen nur sehr selten gewartet oder gereinigt werden. Und das trifft auch auf das zentrale Element der Dampferzeugung, den Dampfkessel, zu. Möglicherweise vorhandene Restmengen an Salzen müssen unter Umständen trotzdem mehrfach am Tag durch Ablass-Entspanner entfernt werden.

Das über 200° C warme Kesselwasser wird dazu auf 40° C heruntergekühlt, um so ins Abwassersystem eingeleitet werden zu können. Dazu dient vorhandenes weiches Wasser, das direkt aus der Enthärtungsanlage kommt und im Ablass-Entspanner vorgelagert wird.

Foto: chinnawat

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