Produkt-Lebenszyklen - nachhaltige Produktion

Geschlossene Produkt-Lebenzyklen für nachhaltige Produktion in der globalen Textilindustrie

Um den Wandel zu einer nachhaltigen und nutzerorientierten Wertschöpfung textiler Erzeugnisse zu realisieren, bietet ein Produkt-Lebenszyklusmanagement (PLM) ein nach vorne gedachtes und ganzheitliches Gestaltungskonzept. In den hochvernetzten Strukturen der Textil- und Bekleidungsindustrie wird dies denn auch immer mehr zu einem Muss. Tatsächlich zeigt sich in nahezu allen Sektoren ein grundlegender Kurswechsels.

Nicht nur die kurzfristigen Folgen der Pandemie, wie unverkäufliche Lagerbestände, Umsatzeinbrüche oder Ausfälle in der Lieferkette, setzen die gesamte Branche unter Druck. Auch das deutlich steigende Nutzerinteresse in Fragen der Nachhaltigkeit und der Fertigungsbedingungen in Niedriglohnländern stellt Textilproduzenten vor die Aufgabe, sich von billigen Massenwaren abzuwenden und den Umstieg zu einem transparenten, umweltverträglichen Produktportfolio einzuleiten.

Eine umfassende Steuerung von Daten, Methoden und Prozessen durch ein PLM entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts, erlaubt nicht nur eine Effizienz- und Qualitätssteigerung, sondern steht auch für besagte Transparenz im Produktionsprozess. Und: Im Hinblick auf die wachsende Bedeutung geschlossener Wertstoffkreisläufe bedeutet das methodische Generieren, Verarbeiten und Verteilen produktbezogener Informationen durch die Hersteller auch eine Verbesserung der Datengrundlage für Erzeuger von Ausgangsstoffen sowie nachfolgenden Recycling-Unternehmen. Letztlich werden so die hohen Emissionen der Textilbranche erkennbar gesenkt, schreiben Kai Müller und Thomas Gries (RWTH, Aachen) in dem Fachmagazin „CITplus“.

Lösungsansätze für die Praxis

Im Vergleich zu den typischen Anwendern wie dem Maschinen- und Fahrzeugbau oder der Elektrotechnik – die klassischerweise eine starke Ausprägung in ihren Entwicklungsaktivitäten aufweisen – findet PLM in der Textilbranche nur langsam Verbreitung. Im Vordergrund steht hierbei eine Standardisierung von Prozessen, gefolgt von einer erhöhten Entwicklungsproduktivität und einem schnelleren „Time-To-Market“.


Informationen über die tatsächliche Nutzung und die Verwertung waren bisher nur eingeschränkt verfügbar. Und dies ist nicht nur auf die aufwändige Gestaltung der Nachverfolgung von textiler Produkten nach Übergabe an den Kunden zurückzuführen. Auch das Fehlen von Kompetenzen und Mitteln erschwert in vielen Textilunternehmen die Einführung der dazu notwendigen digitalen Systeme. Damit bleiben essenzielle Informationen aus der Nutzungsphase für die erforderliche Verbesserung von Maschinen sowie der Entwicklung von maßgeschneiderten Dienstleistungen schlichtweg ungenutzt.

Einen Schwerpunkt der Forschungsarbeit zur Verbesserung dieser Situation bildet die Entwicklung von Textilien mit integrierter Elektronik (etwa mit RFID-Tags). Diese smarten Textilen können über geeignete Komponenten Umgebungsdaten erfassen und austauschen, mit entsprechenden Schnittstellen kommunizieren und so die Analyse des Nutzungsverhaltens unterstützen. Auch in der Zustandsüberwachung der textilen Bauteile eröffnen diese Smart-Textiles neue Möglichkeiten der Online-Datenerfassung im laufenden Betrieb. Das eröffnet die Möglichkeit für eine echte Quantifizierung von Fehlerursachen sowie die Unterstützung von Entscheidungsprozessen in Echtzeit.

 Foto:  kyrychukvitaliy

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