Digitale Transformation und das Internet of Things

Digitaler Umbau von Unternehmen: Neustart auf der grünen Wiese oder Transformation?

Vielen Unternehmen wird zunehmend deutlich, dass sie an einer Neuaufstellung, speziell einer Digitalisierung, nicht mehr vorbeikommen. Was jetzt noch gut läuft, wird mit großer Sicherheit in gut zehn Jahren obsolet sein und in einem „Internet of Things“ (IoT) einfach nicht mehr auf gleiche Weise passieren (können). Was sich heute zunächst in der Kommunikation zeigt, der zunehmenden Bedeutung von Webseiten und Social-Media (auch für b2b), wird in absehbar naher Zeit auch für eine Produktion zutreffen.

Das Ganze grundsätzlich und neu – auf der grünen Wiese – anzugehen oder aber in einer Transformation umsetzen, ist denn auch eine der wichtigsten Entscheidungen für Unternehmen. Gefällt werden muss sie aber, wenn man in zehn Jahren noch gut dastehen möchte. Ein „weiter wie bisher“ wird es nicht geben können. Diese beiden Herangehensweisen werden gerne als „Brownfield“ (in kleinen Schritten Bestehendes umbauen) oder als „Greenfield“ (neu und smart auf der grünen Wiese starten) bezeichnet.

Der naheliegende Brownfield-Ansatz setzt auf der existierenden Produktpalette, dem vorhandenen Maschinenpark und bestehenden IT-Systemen auf und entwickelt diese weiter. Und dient der Überlegung so milliardenschwere Investitionen der Vergangenheit abzusichern und den Betrieb trotzdem zukunftssicher zu machen.

Ganz anders bei einer Greenfield-Transformation: Hier entsteht eine Art Smart-Factory, in der man mit „state of the art“ vernetzten Maschinen und IT-Systemen startet. Dieser zweifellos idealtypische Ansatz wird wohl nur für die wenigsten Unternehmen nicht nur in finanzieller Hinsicht infrage kommen. Naheliegender ist es da schon, neue Produktgenerationen oder einen bestimmten Produktionsprozess durchgängig mit modernen Systemen anzugehen. Quasi ein „Greenfield light", bei dem abgrenzbare Bereiche transformiert und neu aufgestellt werden.

Smarte Wartung versus hohe Initialkosten

Wer ein Projekt von Grund auf neu planen und implementieren kann, hat einen großen Vorteil: Alte Anlagen und meist mangelhafte Möglichkeiten zur Erfassung von Daten und noch viel mehr der Datenaustausch müssen nicht mühsam auf das neue Level gehoben werden. Die Komponenten basieren dann auf neuesten Technologien und lassen sich nahtlos integrieren und verfügen über moderne Schnittstellen, Sensoren oder Maschinen. Der Vorteil ist damit schnell definiert: Man kann aus dem Vollen schöpfen, ist maximal flexibel und damit zukunftssicher.

Die andere Seite ist jedoch, schreibt Larry Terwey in der Fachzeitschrift „MM Maschinenmarkt“, dass alle Systeme und Komponenten neu angeschafft werden müssen – die Anfangs-Investitionen also sehr hoch sind. Das gilt vor allem, wenn es um eine Smart-Factory geht und Produkte und Komponenten erst neu entwickelt werden müssen. Dafür können Unternehmen, die sich für diesen Ansatz entscheiden, so Terwey, mit deutlich niedrigeren Wartungskosten rechnen. Denn moderne Systeme erleichtern den Fernzugriff und ebnen den Weg für IoT-Szenarien wie etwa Remote-Repair und Software-Einsatz auf Distanz.

Transformation des Bestands

Viele Unternehmen möchten nicht ihren Bestand aus den Augen verlieren, oft wurden in der Vergangenheit Millionen investieren, die man als Unternehmer gerne schützen möchten – das gilt besonders in der fertigenden Industrie. Anstelle einer Neuanschaffung bevorzugen diese daher die Aufrüstung ihrer Maschinen zum Smart-Device. Die Produkte werden dabei zum Beispiel mit Sensorik oder Kommunikationstechnik nachgerüstet, was nicht negativ sein muss. Unternehmen, die so vorgehen, kommen oft sogar schneller voran, sammeln rasch wesentliche Informationen und machen wertvolle Erfahrungen. Denn bereits die Installation von Sensoren etwa für Temperatur, Druck, Luftqualität oder ähnliches kann einen klaren Informationsgewinn bringen.

Schlussendlich gibt es kein richtig oder falsch, kein besser oder schlechter. Denn nur zwischen einer differenzierten, analytischen Herangehensweise und einer präzisen Kalkulation sowie je nach individuellen Unternehmenszielen, dem technischen Status quo und dem Budget-Rahmen erstellten Projektplanung ist die vollständige Antwort zu finden.

Foto: zapp2photo

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