Wichtiger Arbeitsschutz beim Bau von Chemie-Anlagen: Absaugung von Gefahrstoffen

Damit sich chemische Materialen bestmöglich transportieren und lagern lassen, ist die hohe Dichtigkeit von Leitungen und Behältern von elementarer Bedeutung. Diese Behälter, wie sie in der Chemie-Industrie in großen Mengen zum Einsatz kommen, werden oft vor Ort zusammengefügt, wobei gesundheitsschädliche Stoffe entstehen können. Der richtigen Absaugtechnik kommt daher aus Arbeitsschutz-Gründen eine hohe Bedeutung zu.

Auch bei der Herstellung von Apparaten, Behältern oder Rohrleitungen braucht es eine präzise Verarbeitung von Elementen aus Baustählen, Edelstahl und anderen Materialien. Doch genau in diesen Herstellungsprozessen entstehen beim Schweißen gesundheitliche Gefahren für die beteiligten Mitarbeiter.

Schweißrauch und auch Schneidstaub bestehen zu einem Großteil aus sogenannten alveolengängigen Partikeln, die bis in die Lungenbläschen vordringen können, schreibt  Manfred Könning, Chief Technical Officer (CTO) bei Kemper in der Fachzeitschrift „Chemie-Technik“. So werden beispielsweise beim Schweißen Eisen- und Aluminiumoxide, Stickoxide, Ozon oder Chromverbindungen und Nickeloxide freigesetzt. Je nach Ausprägung wirken sie lungenbelastend, toxisch oder wie im Fall von Chrom(VI) oder Nickel sogar krebserzeugend.

Zu diesem Themenkreis gehört auch die klare Erkenntnis, dass in jüngerer Zeit gesenkte Grenzwerte für spezifische Stoffe und alveolengängige Stäube, neue Beurteilungskriterien für krebserregende Stoffe und Erkenntnisse aus der Arbeitsschutzpraxis das Thema verstärkt in den Fokus rücken. Um eine Rangfolge an Schutzmaßnahmen in der Praxis festzulegen, liegt dem Arbeitsschutz das sogenannte „STOP-Prinzip“ zu Grunde. Dieses steht für

  • Substitution,
  • Technische und
  • Organisatorische Maßnahmen sowie
  • Persönliche Schutzausrüstung.

Der Wechsel auf alternative Verfahren oder Werkstoffe wird zwar mit Priorität angegangen, ist aber unter Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeits-Aspekten so manches Mal nicht oder nur schwer umsetzbar. Eine Schlüsselrolle für den effektiven Arbeitsschutz und die Einhaltung der Grenzwerte nehmen daher absaugtechnische Einrichtungen ein. Dabei sollen Schweißrauch oder Schneidstaub möglichst unmittelbar an der Entstehungsstelle erfasst und vom Schweißer weg abgesaugt werden (Punktabsaugung). Raumlüftungssysteme sind als alleinige Schutzmaßnahme hingegen unzulässig und sollten nur ergänzend zum Einsatz kommen.

Mobile Absaugung beim Anlagenbau

Für den chemischen Anlagenbau eignen sich neben der brennerintegrierten Absaugung auch mobile Absauggeräte, die Gefahrstoffe per Absaugdüse oder -trichter beziehungsweise Absaugarm mit Absaughaube erfassen. Wichtig dabei ist vor allem eine einfache Handhabung für den Schweißer. Schweißer selbst sollten sich im Rahmen des persönlichen Arbeitsschutzes zudem mit entsprechenden Atemschutzmasken oder belüfteten Helmen ausrüsten.

Neben dem Einsatz von Absaugtechnik werden organisatorische Maßnahmen immer wichtiger. Schweiß- und Schneid-Arbeitsbereiche sollten zusätzlich zur Absaugtechnik im besten Fall von anderen Betriebseinheiten räumlich getrennt sein. Dadurch können sich Gefahrstoffe erst gar nicht in der Produktion ausbreiten. Diese räumliche Trennung von Prozessen zur Verarbeitung niedrig- und hochlegierter Stähle stellt aufgrund der unterschiedlichen Emissionsklassen eine effektive Arbeitsschutzmaßnahme dar.

Moderner technischer Arbeitsschutz beinhaltet also  insgesamt mehrere Elemente: Passende Punktabsaugung durch brennerintegrierten Absaugung oder mobile Absauggeräte. Ergänzend dazu sollten auch Raumlüftungssysteme zum Einsatz kommen.

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