Effektive Dachabdichtung durch Beschichtungen mit Latex imprägnierten Vliesen

Ein Flachdach in ein wasserdichtes Dach zu verwandeln, und dies für 20-30 Jahre dicht zu halten, ist nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Eine der verbreiteten Lösungen, um eine wasserdichte Barriere zu schaffen, ist die Verwendung von Polymerbitumen-Dachbahnen. Diese werden seit Jahren zunehmend beliebter und sind dank ihrer überragenden Langzeitleistung „legitimer“ Nachfolger von Dachpappen.

Solche Dachbahnen bestehen im Wesentlichen aus zwei Teilen: einem Polyester-Vliesstoff, der mit Latex imprägniert wurde, und den eigentlichen Träger darstellt, sowie eine Deckschicht aus Bitumen zur Abdichtung. Das Bitumen wirkt dabei auch als eine Art Klebemittel, um das Vlies mit dem ungeschützte Flachdach zu verbinden.

Ein wichtiger Bestandteil vieler dieser Polyester-Dachbahnensysteme ist ein Synthese-Latex zur Imprägnierung des Vlieses. Die Latex-Imprägnierung macht das Vlies unanfällig gegen Dimensionsänderungen wie schrumpfen und expandieren (siehe DIN-Norm 18192) – was sonst auch zu unerwünschten Rissen führen würde und die Abdichtung zerstören könnte. Diese Kräfte werden durch Temperaturschwankungen verursacht, die sich aufgrund der Jahreszeiten sowie Tag- und Nachtzyklen in einem Bereich von -40°C bis +80°C bewegen. Ein polymerimprägniertes Vlies ist denn auch deutlich weniger anfällig für diese Dimensionsveränderungen. Der Latex verhindert zudem, dass Wasser in die Bitumenbahn eindringt und beugt so einer Ablösung der Bahnen – vor, insbesondere bei Frost. Das im Latex enthaltene Vernetzungsmittel schafft eine dreidimensionale Verknüpfung der Polymerketten vor, während und nach dem Verdampfen des Wassers. Dies trägt zu einem ausgewogenen Verhältnis von mechanischer Festigkeit und Härte bei.

Vorteile bei der Umweltverträglichkeit – Reduzierung von Formaldehyd-Freisetzung

Während der Imprägnierung der Vliesstoffe mit typischen, am Markt verfügbaren, chemischen Bindemitteln wird Formaldehyd durch die Vernetzungsreaktion freigesetzt. Die Vernetzung ist jedoch – wie beschrieben – notwendig, um die geforderte Beständigkeit und eine gute thermische Stabilität zu erreichen.

Neue Latex-Verbindungen sind ammoniakfrei und enthalten keine formaldehyd-freisetzenden Vernetzer. Messungen zeigen, dass die Emission des Produkts nicht nur den bisherigen Anforderungen von < 20 ppm/m3 Abluft entspricht, sondern auch strikteren, wie der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz mit 5 mg/m3 Abluft (gültig seit Februar 2020).

Neben einer Formulierung, die die Freisetzung ungewollter Stoffe vermeidet, eignen sich moderne Polymere (wie etwa das Produkt „Litex SkyShield“) auch für den Einsatz als 1 K-System ohne Duroplast­Harze. Dies führt zu erheblichen Kostenersparnissen wie etwa weniger Logistik oder eine geringere Lagerhaltung. Ein weiterer Vorteil des neuen Polymers ist, dass es die Trocknung des Vlieses bei wesentlich geringeren Temperaturen ermöglicht: Die Trocknungsluft kann während des Herstellungsprozesses von typischerweise 200°C auf 170°C reduziert werden.

Alles das stellt für den Endnutzer einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen im Vergleich zur herkömmlichen Technologien dar.

((Aus: nonwovens TRENDS 1/2020, Autoren: Michael Karnop, Andreas Gehr von Synthomer Deutschland GmbH, Marl/Germany))

Auch Weserland kann bei diesem Thema konkret weiterhelfen. Wir freuen uns auf Nachfragen.

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