Sicherheit im Vordergrund: Verbesserte Lebensdauer für hochfeste Textilien

Bei allen Textilien wie Netzen, Gurten etc. unterliegen diese einem Abbau in der Funktionalität und damit der Lebensdauer durch die Anwendung selbst. Dabei handelt es sich meist um mechanische Beanspruchung oder klimatische Einflüsse wie Temperatur, Feuchte oder UV-Strahlung. Die Kenntnisse über den Grad der Schädigung für hochfeste Textilien durch die beschriebenen Einflüsse gelten als relativ unzureichend.

Das hier vorgestellte Forschungsvorhaben „ResCoTex" hat sich bei diesem Thema dem Schwerpunkt Ladungssicherung mit Zurrgurten gewidmet. Ziel des Forschungsvorhabens war die Verbesserung des Degradations-verhaltens hochfester Textilien für den Bereich Ladungssicherung unter Verwendung ressourcenschonender Technologien. Vorzugsweise sollten hierfür energie- und wassersparende, UV-härtende Beschichtungssysteme eingesetzt werden, berichten Petra Franitza und Marian Hierhammer vom Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) und Pieter Heyse sowie Frederik Goethals von Centexbel, Gent/Belgien. Darüber hinaus zielten sie auf die Entwicklung geeigneter Labormethoden ab, mit denen das werkstoffbedingte Alterungsverhalten für hochfeste Textilien während ihres Lebenszyklus im Labor simuliert werden können.

Die Wahl Ladungssicherungselemente wie Gurte in den Mittelpunkt zu stellen, hat einen guten Grund: Deutschland ist Transitland Nummer Eins in Europa. Oft kommen hier daher Transportketten verschiedener Verkehrsträger zum Einsatz (kombinierter Verkehr). Zur Vermeidung von Personen- und/oder Sachschäden ist darum auch eine Transportsicherung der Ladung rechtlich vorgeschrieben. Trotz genormter Europaletten und spezieller Verpackungseinheiten stellt die Vielfalt der Ladungsstücke in ihrer Art, Geometrie, Größe und Masse eine Herausforderung für den sicheren Lastentransport dar. Daher nutzt man hier die Vorteile flexibler technischer Textilien in Form von Gurten, Seilen und Netzen.

Labormethoden zur Lebensdauer entwickeln

Um erzielbare Effekte objektiv bewerten zu können, konzentrierte sich das Forschungsvorhaben auf die Entwicklung geeigneter Labormethoden, mit denen das werkstoffbedingte Alterungsverhalten von Sicherheitstextilien während ihres Lebenszyklus geprüft und abgeschätzt werden kann.

Zum besseren Verständnis der Wirkungsweisen in der Praxis galt es eine Prüfmethode zu entwickeln, die eine sehr realitätsnahe Untersuchung mechanischer Kenngrößen von Zurrgurten ermöglicht. Anhand der erzielten Datenbasis sollen Kriterien/Empfehlungen hinsichtlich der Nutzungsdauer, zumindest für Produktvergleiche, erarbeitet werden, um so das Verständnis für die Entwicklung innovativer, sicherer Produkte im Markt zu kreieren.

Als eine weitere Einflussgröße auf das Alterungsverhalten hochfester Textilien muss die Bewitterung eingeschätzt werden. Temperatur, Feuchtigkeit, Beregnung und vor allem UV-Strahlung (opto-chemisch) stellen Parameter dar, die das Leistungsvermögen der Gurtbänder erheblich reduzieren können. Hierzu galt es in der Entwicklung geeignete Methoden, Prüfzyklen und Auslagerungszeiten zu finden, die eine abgestufte Beanspruchung und somit eine Bewertung ermöglichen. Es wurden ein künstliches Alterungsverfahren (Global-UVTester) sowie eine Prozedur für ein natürliches Alterungsverfahren gewählt.

Für die künstliche Alterung kann auf ein Global-UV-Testgerät zurückgegriffen werden. Als Parameter können Temperatur, Feuchte, Regen und UV-Strahlung in Grenzen variiert werden. Für eine zyklische und abgestufte Beanspruchung wurden diese Parameter und die Einlagerungsdauer variiert.

In ihrem Artikel in „melliland Textilberichte 4/19“ resümieren die Forscher, dass sowohl die natürliche als auch die künstliche Bewitterung ihre Vor- und Nachteile haben und dennoch beide ihre Berechtigung. Die natürliche Variante bildet immer wahre Bedingungen ab, bei der künstlichen herrschen dafür immer gleiche Bedingungen vor, was die Vergleichbarkeit von Ergebnissen unterschiedlicher Erzeugnisse erleichtert.

Das entscheidende Argument ist jedoch die Prüfzeit, die für die künstliche

Bewitterung spricht. Verwertbare Ergebnisse erfordern im Freien Zeiten von zwei Jahren und mehr. Hingegen können mit der künstlichen Bewitterung bereits nach etwa 5-10 Wochen Ergebnisse erzielt werden.

 

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