Der CO2-Fußabdruck von Naturfasern bei Bioverbundwerkstoffen

Naturfasern gewinnen in unserem Alltag immer mehr an Bedeutung und erleben eine beeindruckende Renaissance als Dämmstoffe und Bioverbundwerkstoffe im Automobilbereich. Es gilt angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, ihre Umweltauswirkungen zu analysieren und letztlich die Nachhaltigkeit dieser Wiederbelebung zu gewährleisten. In den letzten zwanzig Jahren werden tatsächlich immer mehr Naturfasern in Komposita eingesetzt, vor allem in besagtem Automobilsektor und generell auch als Dämmstoff in anderen Bereich.

Bio-Komposita bestehen aus einem Polymer und Naturfasern, von denen letztere die Stabilität gewährleisten. Bioverbundstoffe mit Naturfasern können eine ähnliche Funktionalität aufweisen wie andere Verbundwerkstoffe und bestehen den Vergleich für viele Endprodukte.

Der Trend zeichnet sich bereits seit Jahren ab: Im Jahr 2012 wurden in der europäischen Automobilindustrie 30.000 Tonnen Naturfasern eingesetzt, vor allem in Pressformteilen, ein Anstieg von rund 19.000 Tonnen Naturfasern Fasern im Jahr 2005. Auch aktuelle Analysen aus 2019 bestätigen diesen Trend eindeutig. Bei der Nutzung gilt es, nicht nur die Lebensdauer solcher Materialien zu betrachten, sondern diese aktuell auch ins Verhältnis zum CO2-Fußabdruck zu setzen.

Die normalerweise eingesetzten Naturfasern sind Hanf, Flachs, Jute und Kenaf. Ergebnisse aus dem Jahr 2015 zeigen, dass der CO2-Fußabdruck aller vier Fasern im Vergleich zu herkömmlichen Glas- und Mineralfasern deutlich geringer ist. Außerdem haben die Forscher des Nova Institute aus Hürth festgestellt, dass die CO2-Fußabdrücke der verschiedenen Naturfasern sich sehr ähnlich sind.

Initial herausragende Vergleichswerte für Naturfasern

Die Werte sind tatsächlich beeindruckend positiv: Die Produktion von einer Tonne Glasfasern bedeutet einen CO2-Fußabdruck von etwa 1,7 bis 2,2 Tonnen CO2, während Naturfasern nur einen CO2-Fußabdruck von etwa 0,5 bis 0,7 Tonnen CO2 pro Tonne Naturfaser aufweisen (ohne Transport zum Kunden). Das ist also nur ein Drittel des CO2-Fußabdrucks von Glasfasern. Auch wenn der anfängliche Vorteil in der Weiterverarbeitung abnimmt, haben Naturfaserverbundwerkstoffe im Vergleich zu Glasfaserverbundwerkstoffen einen um 20 bis 50 Prozent geringeren Fußabdruck.

Beim Transport der verschiedenen Naturfasern beträgt der Kohlendioxidausstoß bis zum Werkstor eines europäischen Vliesstoffherstellers im Automobil- oder Dämmstoffsektor für alle vier Naturfasern etwa 750 kg CO2 pro Tonne Naturfaser. Jute und Kenaf weisen aufgrund der manuellen Verarbeitung geringere Emissionen bei Anbau, Ernte und Dekontamination auf, aber ein langer Transport nach Europa gleicht diesen Vorteil aus.

Ist der CO2-Fußabdruck das richtige Maß?

Obwohl der CO2-Fußabdruck an sich ein sehr nützliches Instrument zur Beurteilung der Klimaauswirkungen von Produkten sind, muss eine umfassende ökologische Bewertung weitere Umweltkategorien berücksichtigen, so die Forscher des Nova Institute. Nur die Berücksichtigung von Treibhausgasemissionen kann zu unzureichenden Produktprüfungen und Handlungsempfehlungen führen, insbesondere wenn andere Umweltauswirkungen überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Eine Aufgabe weiterführender Studien ist es daher, andere Wirkungskategorien zu berücksichtigen. Darüber hinaus umfasst Nachhaltigkeit auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. Da Naturfasern in vielen Branchen eingesetzt werden, ist die Zertifizierung ein geeignetes Instrument, um Nachhaltigkeit nachzuweisen.

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.