Transparenz und Nachverfolgbarkeit bei Produkten durch Pigment-Signaturen

 75 Prozent aller Konsumenten geben bei Umfragen typischerweise an, dass sie nachhaltige Produkte kaufen würden, wenn sie sich über die positive Wirkung klarer wären, beziehungsweise den Claims glauben könnten. Für die Industrie heißt das, eine umfangreiche und vollständig transparente Nachfolgbarkeit zu kreieren, um den Kunden, gar den Verbraucher, auch zu überzeugen und nicht nur auf dessen „blindes“ Vertrauen zu setzen. Sie muss präzise darlegen, was sich in der Wertschöpfungskette abspielt und wo der Ursprung des Rohmaterials ist.

Ein solcher „optischer Fingerabdruck" hat dabei immer zum Ziel, bereits möglichst früh im bestehenden Produktionsprozess ein Teil des zu schützenden Produkts selbst zu werden und dabei weder die Produkt-Charakteristika noch den Prozess der Herstellung zu beeinflussen. Mit Pigmenten wie etwa „Cotton 4.0“ von Tailorlux scheint diese Hürde genommen.

Gerade im Bereich zertifizierter Bio-Baumwolle werden bestimmte Zusätze zur Baumwolle äußerst kritisch gesehen, wie Matthias Funke von Tailorlux in den „Melliand Textilberichten 1/19“ berichtet. Das optische Fingerabdruck-Verfahren des Münsteraner Unternehmens basiert auf Lumineszenz, auf anorganischen Stoffen, die chemisch inert und ungiftig sind. Aufgrund der äußerst hohen Emissions-Intensität für UV-Licht wird eine extrem geringe Konzentration von Pigmenten benötigt, um durch Sensoren eine zuverlässige Messung zu ermöglichen.

Nachfolgbarkeit ohne das Produkt zu beeinflussen

Ganz entscheidend bei dieser Form der Markierung ist, dass die Einbringung begrenzter Mengen an Fremdfasern innerhalb des Spinnprozesses nur einen minimalen Einfluss auf die physikalischen Eigenschaften des Halbzeugs und der Fertigprodukte erzeugt.

Wie kann man das erreichen? Nun, zur Markierung werden die Pigmente in eine präparierte Faser eingebracht. Diese Faser kann aus verschiedenen Basismaterialien bestehen, identische Markerfasern werden dann mittels einer Faserdosier­Maschine in der Baumwollmühle in die zu markierende Charge Baumwolle eingebracht.

Aufgrund der minimalen Konzentration werden diese durch Systeme zur Fremdfasererkennung nicht aussortiert, sondern werden wie etwa die Baumwolle selbst weiter verarbeitet. Die Markierung wird so ausgesprochen homogen im Rohstoff verteilt und damit de facto jeder Stelle der fertig produzierten Gewebe nachweisbar. Tatsächlich ist durch eine entsprechende Sensortechnologie ist eine Verifizierung der Markierung in 1-3 Sekunden möglich.

Prüfungen an jedem Punkt der Wertschöpfungskette

Auf diese Weise sind Prüfungen quasi an jedem Punkt der Wertschöpfungskette durchführbar und das denkbar einfach. Ein entscheidender Punkt gegenüber Technologien, die auf Laboranalysen setzen, ist, dass diese praktisch nicht feldtauglich sind. Ein Grund dafür ist zweifellos, das gemeinhin die Verarbeitung der Rohmasse zwecks Auslastung in einer Geschwindigkeit erfolgt, die dafür sorgt, dass einfach an keiner Stelle ein Eingriff – basierend auf Mess-Ergebnissen – möglich ist.

Die Messdaten werden bei modernen Verfahren wie „Cotton 4.0“ direkt in eine Cloud geladen, was bedeutet, dass die Verifizierung der Zertifikate permanent verfügbar sind – für Produzenten, Händler und Konsumenten gleichermaßen.