Geringere Schadstoffbelastung  durch Einsatz thermoplastischer Elastomere in Kfz-Innenräumen

Die für die meisten Menschen auffälligste Art von Emission beim Auto findet sich meist im Innenraum – der Geruch. Die Substanzen in der Luft können dabei von verschiedensten Bauteilen im Innenraum kommen. Insbesondere Kunststoffteile sind in der Vergangenheit häufiger durch einen unangenehmen Geruch aufgefallen. Interessant ist dabei, dass ein „Neuwagengeruch“ in Europa und Amerika überwiegend als angenehm bewertet wird, während er im asiatischen Raum häufig als störend empfunden wird. Durch den Einsatz neuartiger Elastomere soll zukünftig die Belastung deutlich reduziert werden.

Luftqualität ist ja generell ein großes Thema in der Automobilindustrie, doch neben den CO2- und Stickstoff-Emissionen an die Umgebung ist eben auch die Innenraumluftqualität inzwischen von großer Bedeutung – letztlich sowohl für die Hersteller als auch für die Kunden. In einigen Ländern wie etwa China, Japan und Korea, wurden gar in den letzten Jahren gesetzliche Standards eingeführt, die die maximale Konzentration von einigen Schadstoffen im Innenraum klar reglementieren. Es ist daher auch sehr wahrscheinlich, dass solche oder ähnliche Standards in Zukunft auch in Europa und Amerika in gleicher Weise zum Tragen kommen werden.Emissionswerte gehören zu den wichtigsten Materialeigenschaften für den Automobil-Innenraum, da sie maßgeblich auch zum Fahrkomfort beitragen. Aus diesem Grund dürfen Bauteile auch über lange Zeit keine Stoffe an die Luft abgeben, die durch unangenehmen Geruch auffallen oder die Gesundheit der Insassen beeinträchtigen könnten, schreiben Florian Dresel und Dr.-lng. Thomas Köppl von Hexpol TPE in Lichtenfels in einem Beitrag für die Zeitschrift Plastverarbeiter.

Emission und Lösungsansätze

Qualitativ hochwertige thermoplastische Elastomere (TPE) werden tatsächlich mit vier der fünf klassischen Sinne von Menschen positiv wahrgenommen und aus diesem Grund immer häufiger im Automobil-Innenraum eingesetzt. Das macht besonders deutlich, wie wichtig die richtige Auswahl der eingesetzten Lösungen ist. Mischungen und Rohstoffe müssen aufwändig und mit Bedacht gewählt werden.

Neben den technischen Eigenschaften von Materialien wird inzwischen auch großer Wert auf die Herkunft und die Nachhaltigkeit der Rohstoffe gelegt. Aus diesem Grund wird denn auch die Herstellung von Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen immer häufiger kritisiert. Als umweltfreundliche Alternative werden daher Produkte entwickelt, die große Anteile an Rohstoffen auf pflanzlicher Basis enthalten. Diese nachwachsenden Rohstoffe, wie etwa Zuckerrohr, stammen zudem oft aus zertifiziert nachhaltigem Anbau (beispielsweise ISCC+) und tragen so zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks bei. Je nach Härtegrad des Materials ist gar ein biobasierter Anteil von bis zu 90 Prozent möglich.