Prozess-Optimierung und Kapazitäts-Verbesserung durch TPM

Spezialist Weserland strebt zukünftig eine deutlich effektivere Produktion an.

In nur drei Tagen wurde der erste Schritt getan: Beispielhaft ging es an einen Prozess, an dem konkret gearbeitet wurde. Dieser Musterprozess wird die Vorlage für alle weiteren Prozesse werden. Ziel war es ganz klar die Strukturen bei Weserland zu verbessern – sowohl im Sinne der Kunden, wie auch der Mitarbeiter. Dabei stand Andreas Reitz mit seinem Beratungs-Unternehmen Cetcon den hannoverschen Spezialisten auf dem Gebiet der Herstellung und Entwicklung von wässrigen Dispersionen und Mischungen für die Latexvulkanisation sowie Compounds für die Teppichrückenbeschichtung zur flammhemmenden und antistatischen Ausrüstung zur Seite.

Lean TPM (Lean Total Process Management) bindet alle Mitarbeiter eines Unternehmens in einen zielgerichteten Verbesserungs- und Innovationsprozess ein. Abläufe in Produktion, Logistik, Instandhaltung, Administration usw. sollen dabei kontinuierlich und nachhaltig verbessert werden. „Verschwendung“ von Zeit, Material aber auch personeller Leerlauf soll dabei ganz klar auf der Strecke bleiben. Und natürlich geht es dabei nicht um die Suche nach „Schuldigen“ sondern um die Sache an sich.

Die Ziele lassen sich dann auch recht klar definieren: Ein besseres Ergebnis, effektivere Auslastung der Maschinen um Kapazitäten für neue Aufträge zu schaffen, besserer Service für die Kunden (wenn es etwa um Lieferzusagen geht). Und last but not least will Weserland auch die Motivation der Kollegen im Unternehmen steigern, Ordnung und Sauberkeit neu definieren und damit – alles zusammen genommen – eine deutlich effektivere Produktion anstreben.

Durch die praxiserprobten Methoden, Techniken und Strategien des Lean TPM lassen sich folgende Eckpunkte erreichen:

  • Verbesserung der Qualität („Null-Fehler-Strategie“)
  • Verbesserung der Produktivität („Null Störungen, Ausfälle, Unfälle, ...“)
  • Verbesserung der Liefertreue („Null Lieferverzug – Just in time“)
  • Verbesserung der Motivation aller Mitarbeiter („Null Kreativitätsverluste – aus Betroffenen werden Beteiligte“)
  • Verbesserung der Ergonomie, Sicherheit, Gesundheit („Null Unfälle, Ausfälle, ...“)

 

cetcon

In den drei Tagen wurden anhand eines „Musterprozesses“ Daten zum Materialstrom erhoben. Hierbei waren insbesondere alle Durchlaufzeiten von Interesse.

Dabei wurde von hinten nach vorne vorgegangen. Wie lange dauert die Bereitstellung, das Kommissionieren, die Freigabe, die Fertigung, die Rohstoffbereitstellung, usw.

Anhand dieser Zeiten wurde ermittelt, wie viel Zeit „wertschöpfend“ ist und wie viel Zeit dem Rest zuzuordnen. Dann wurden zu jedem Schritt Problempunkte dokumentiert. Kurz gesagt: Da kam einiges zusammen. Es folgte der Schritt die Einzelpunkte strukturiert nach Problem – Ursache – Maßnahme 1 – Maßnahme 2- usw. aufzuführen. Und zum Schluss natürlich das übliche „Wer macht was bis wann?“.

Anschließen wurde eine theoretische Neuberechnung des vorliegenden Prozesses durchgeführt und geschaut, wo es effektiver wird. Die Ergebnisse werden dann in einem letzten Schritt grafisch aufbereitet an den betroffenen Prozess-Stationen präsentiert, um auch noch einmal Ergebnisse zu dokumentieren, aber auch den Produktions-Mitarbeitern die Chance zu eröffnen mit ihrem Feedback noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

Alles im Zeichen der Effektivität. Für unsere Kunden wie für unser Unternehmen.

Kleiner und näher – Verlagerung der Dichtmittelabfüllung nach Hannover

labelanlageNicht immer bringt eine Ausweitung von räumlichen Kapazitäten auch Vorteile im Produktionsablauf. Diese Erkenntnis führte bei Weserland dazu, den Standort Nienburg zu verkaufen und entsprechende Räume und Flächen am Heimatstandort Hannover in der Hansastraße zu schaffen. Hier entsteht ab Mitte 2016 die Zusammenführung der Dichtmittelabfüllung in einer neuen Halle.
Dazu wird an der Hansastraße eine alte Halle abgerissen und eine neue, sogar kleinere Halle errichtet. Die bis dahin dort genutzten Flächen sind in anderen Hallen ausreichend vorhanden, so dass bisherige Kapazitäten nach wie vor in gleichem Maße vorliegen und es zu keinen Einschränkungen kommt. Das alles konnte letztlich durch eine detaillierte Layoutplanung des Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) erreicht werden.

 

althalleEine Kernkompetenz des IPH ist genau diese Fabrikplanung, wobei neueste Forschungserkenntnisse bei Fabrikplanungsprojekten mit einfließen. So wurde das 2011 mit der Unterstützung des IPH restrukturierte Bahlsen-Werk in Barsinghausen von der Zeitschrift Produktion und der Unternehmensberatung AT Kearney als „Fabrik des Jahres“ in der Kategorie „Hervorragende Standortentwicklung“ ausgezeichnet.

 

In dem Projekt mit dem IPH zur Layoutplanung für die Standortzusammenführung von Nienburg und Hannover wurden in einer vorab vorgenommenen Zieldefinition gemeinsam Ziel- und Gestaltungsfelder für die Fabrik (beispielsweise bei Logistik und Materialfluss) entwickelt und diese dann in konkrete Anforderungen – etwa besonders kurze Transportwege – überführt und geplant. Im Rahmen einer umfangreichen Fabrikanalyse wurden Informationen über den Ist-Zustand (zum Beispiel Betriebsmittel, Materialflüsse, bauliche Restriktionen) ermittelt sowie Prognose- und Vergangenheitsdaten zusammen getragen. Darüber hinaus wurden das Lagerabgangsverhalten von Rohstoffen (speziell leere Flaschen) und Fertigwaren (abgefülltes, etikettiertes und verpacktes Dichtmittel) berücksichtigt.

planung

Auf dieser Grundlage entwickelte IPH dann mehrere Layout-Varianten. Dabei wurden unterschiedliche Anordnungen der Läger, Puffer und Anlagen erarbeitet, die dann im Anschluss anhand der zu Beginn entwickelten Anforderungen bewertet wurden. Auf diese Weise konnte eine logistikeffiziente und zukunftsfähige Variante zur Umsetzung ausgewählt werden. Und die neue Halle am Ende gar kleiner gewählt werden als die alte.

Das IPH bietet seit seiner Ausgründung aus der Leibniz Universität Hannover im Jahr 1988 Forschung und Entwicklung, Beratung und Qualifizierung rund um die Themen Prozesstechnik, Produktionsautomatisierung, Logistik und XXL-Produkte. Zu seinen Kunden zählen Unternehmen aus den Branchen Werkzeug- und Formenbau, Maschinen- und Anlagenbau, Luft- und Raumfahrt sowie der Automobil-, Elektro- und Schmiedeindustrie.

Auch 2015: Spenden statt Weihnachtspost

Wie auch schon im letzten Jahr hat sich Weserland entschlossen statt Weihnachtspost und Geschenke lieber etwas Gutes zu tun. Wir werden je 500 Euro an zwei Organisationen überweisen, um mit diesem Spenden konkret zu helfen. Für Menschen, die es dringend brauchen.

Wir haben uns entschieden, einen Teil der Summe lokal zu belassen und uns dazu die HAZ-Weihnachtshilfe ausgesucht. Seit 1975 helfen HAZ-Leser, Unternehmen, Vereine und Organisationen Menschen in Not vor Ort. Die HAZ-Weihnachtshilfe  ist die größte Spendenaktion in der Region Hannover. Sie ist für alle Menschen da, die hier in der Region Hannover Unterstützung brauchen. Die hannoversche Weihnachtshilfe achtet sorgfältig darauf, dass das Spendengeld nach Notwendigkeit vergeben wird.

Der zweite Teil der Spende geht an die „Aktion Deutschland Hilft“ zusammen mit „Bündnis Entwicklung Hilft“. Dieses Geld geht an insgesamt 24 deutsche Hilfsorganisationen und fließt somit an eine Vielzahl von Einrichtungen und kann auf diese Weise zu vielen notwendigen Dingen eingesetzt werden. Ziel des Bündnisses ist es, eine noch effizientere Verwendung der Spendengelder zu erwirken und Menschen in Not gemeinsame, schnelle und koordinierte Hilfe zu leisten.

Wir hoffen im Sinne unserer Kunden und Geschäftspartner zu handeln und würden uns freuen, wenn diese sich einfach anschließen.

In dem Sinne wünschen wir Ihnen allen angenehme Weihnachtstage, alles Gute und Erfolg für das kommende Jahr!

Filtertextilien und Vliese – ein Wachstumsmarkt mit Potenzial

Im Bereich der Vliesstoffe dominiert das maßgeschneiderte textile Filtermaterial für spezifische Einsatzzwecke nach speziellem Anforderungsprofil. Zu- und Abluft, Wasserreinigung oder auch Entstaubung sind typische Anwendungen, etwa in der Lebensmittelindustrie, bei der Wertstoffrückgewinnung, sowie natürlich in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Dabei ist im Laufe der vergangenen 23 Jahre die Produktionskapazität zum Beispiel in den USA jährlich um 6,9 % gewachsen. In diesem Zeitraum konnte die Vliesstoffindustrie ihren Anstoß mehr als vervierfachen, so berichtet der internationalen Verband der Vliesstoffindustrie (INDA) im so genannten "North American Nonwoven Industry Outlook 2013-2018".

Im nordamerikanischen Markt ist der Verbrauch von Vliesstoffen sehr an das verfügbare Einkommen gekoppelt. Das heißt: Mehr Menschen können sich hier mehr Produkte aus oder mit Anteilen von Vliesstoffen leisten als beispielsweise in Indien, China oder Südamerika. In Europa variiert das verfügbare Einkommen in den unterschiedlichen Ländern allerdings sehr stark.

Zu beobachten sind vielversprechende Vliesstoffentwicklungen im Bereich der medizinischen Wundversorgung unter Verwendung von bioabsorbierbaren Materialien, die nicht wieder aus dem Körper entfernt werden müssen. Auch für den Bereich Energiespeicherung und Batterien bietet sich die Verwendung von Vliesen in Abtrennungs-Anwendungen bei kleineren Einheiten an – und dabei gilt erfreulicherweise: Es entsteht eine hohe Wertschöpfung bei niedriger Auflage. Außerdem reißt die Innovationstätigkeit in der Automobilindustrie nicht ab, hier entwickeln sich haptische und optische Eigenschaften immer weiter und der Bedarf nimmt entsprechend zu. Nicht zuletzt gibt es neuartige Mikro- und Nanotechnologien, die die Effektivität von traditionellen Filtermedien zu sehr attraktiven Kosten steigern können.

Dabei beginnt die Entwicklung bereits bei der gezielten Faserstoffauswahl, der Verarbeitung bei bestmöglichem Produktdesign und endet mit vielen Gestaltungslösungen bei der Konfektion. Oft kommen auch Verbundstrukturen zur Anwendung, ausgerüstet mit speziellen Funktionsmitteln und eben meist entsprechend konfektioniert. Die mechanische Konfektion ist das Vernähen, also das Verbinden von einzelnen Teilen mittels Nähfaden.
 Die chemische Konfektion basiert hingegen auf dem Einsatz von zusätzlichen Klebstoffen zur Teileverbindung. Dabei können die 
Klebstoffe als Paste, Flüssigkeit, Pulver
oder als Fläche, wie Klebfolie oder Kleb-Vlies, eingesetzt werden.
 Zu besonders dichten Verbindungsnähten führt
die thermische Konfektion, bei der im
Filtertextil enthaltene thermoplastische
Faserstoffe aufgeschmolzen werden und
damit als Klebstoff wirken.


Neben den genannten Märkten zeigen sich in der Vielfalt der möglichen Verbundstrukturen Potenziale vor allem im Umweltbereich, die in Zukunft noch viele weitere Expansonsmöglichkeiten bieten werden – das Wachstum in diesem Arbeitsgebiet noch lange nicht die Spitze erreicht hat.