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Rechtliche Meldepflichten, systematische Unfallanalyse und Präventionsmaßnahmen für Arbeitsunfälle in der Industrie.

Unfälle im Unternehmen: Rechtliche Pflichten und systematische Prävention

 2 min

Unfälle im Unternehmen erfordern von Betreibern eine systematische Erfassung und rechtskonforme Dokumentation. Trotz umfassender Präventionsmaßnahmen ereigneten sich 2023 in der chemischen Industrie 14.735 meldepflichtige Arbeitsunfälle bei einer Quote von 13,85 Unfällen pro 1.000 Beschäftigten. Zusätzlich wurden 22.127 nicht meldepflichtige Unfälle durch die „Berufsgenossenschaft RCI“ erfasst.

Als Arbeitsunfall definiert die Gesetzliche Unfallversicherung Unfälle von Versicherten infolge einer versicherten Tätigkeit. Dazu zählen neben der eigentlichen Arbeitsausführung auch Instandhaltungsarbeiten, Betriebssport, Betriebsausflüge sowie Wegeunfälle. Unfälle sind zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu Gesundheitsschäden oder zum Tod führen.

Die häufigsten Unfallursachen in der Chemie- und Anlagenbaubranche sind menschliche Fehler mit 46 Prozent der Störfälle, gefolgt von technischen Fehlern an Apparaten und Armaturen mit 18 Prozent sowie undichten Flanschen und Leitungen. Branchenübergreifend dominieren Unfälle durch Stolpern, Stürzen und Rutschen.

Meldepflicht und rechtliche Anforderungen

Die Meldepflicht greift bei Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen ohne Unfalltag oder bei tödlichen Unfällen. Arbeitgeber müssen für Unfälle im Unternehmen gemäß „§ 193 SGB VII“ innerhalb von drei Tagen nachdem sie davon Kenntnis erlangt haben beim zuständigen Unfallversicherungsträger anzeigen. Die Unfallversicherungs-Anzeigeverordnung (UVAV) regelt die elektronische Übermittlung und legt fest, welche Daten übermittelt werden müssen.

Zu den allgemeinen Daten nach UVAV gehören Angaben zum Beschäftigten. Zusätzliche Daten umfassen Ort und Zeitpunkt des Unfalls, Schilderung des Hergangs, Art der Verletzung, verletzte Körperteile sowie eventuelle Zeugen. Im übrigens gilt bis zum 31.12.2027 eine Übergangsfrist für die Verwendung bisheriger Muster-Formulare. Aber auch aus Gründen der DSGVO sollte die Verwendung einer modernen digitalen Lösung angestrebt werden. Auf diese Weise werden alle erforderlichen Daten als Pflichtfelder strukturiert erfasst, damit nichts vergessen wird.

Jede Erste-Hilfe-Leistung im Betrieb muss gemäß „DGUV Vorschrift 1“ dokumentiert werden. Die Angaben sind vertraulich zu behandeln und mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Erforderlich sind Name der verletzten Person, Datum, Uhrzeit, Ort, Hergang, Art und Umfang der Verletzung, Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie Name des Ersthelfers und gegebenenfalls von Zeugen.

Systematische Unfallanalyse und Präventionsmaßnahmen

Die Analyse von Unfällen erfolgt idealerweise in sechs Schritten: Unfalluntersuchung mit Informationssammlung, Zusammenstellung aller Fakten, Ursachenermittlung beispielsweise mit Fehlerbaumanalyse oder FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einfluss-Analyse), Erarbeitung von Lösungen, Erstellung eines Maßnahmenplans und Wirksamkeitskontrolle.

Nach Unfällen und Beinahe-Unfällen muss die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert werden: Beim Beinahe-Unfall („Near Miss“) entstehen keine schwerwiegenden Personen- oder Sachschäden, sie hätten jedoch passieren können. Aus Beinaheunfällen können Unternehmen und Beschäftigte gefahrlos lernen: Sie geben wichtige Hinweise auf Gefährdungen und ermöglichen Verbesserungsmaßnahmen für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten.

Die ISO 45001 für SGA-Management-Systeme führt insgesamt den Begriff „Vorfall“ ein und unterscheidet in der Unfallpyramide zwischen unsicherem Verhalten, Beinaheunfällen, nicht meldepflichtigen und meldepflichtigen Unfällen sowie tödlichen Unfällen. Branchenübergreifend gehören Unfälle durch Stolpern, Stürzen und Rutschen zu den häufigsten Unfallarten.

Wesentliche Präventionsmaßnahmen umfassen regelmäßige Schulungen und Trainings für Beschäftigte, strikte Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, regelmäßige Wartung und Überprüfung von Anlagen und Ausrüstung sowie die Implementierung von Frühwarnsystemen und Notfallplänen.

Digitale Tools unterstützen die systematische Erfassung aller SGA-Vorfälle und ermöglichen die Zuordnung zur Gefährdungsbeurteilung sowie die Ermittlung wichtiger Kennzahlen. Ein digitales Verbandbuch gewährleistet systematische Dokumentation, strukturierte Datenerfassung und zuverlässige Verfügbarkeit der Informationen auch bei Spätfolgen von Verletzungen.

Foto: LimeSky

Quelle: Fachzeitschrift „Chemie Technik“

05.08.2025/in Digitalisierung, Sicherheit
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