Die Produktion der Zukunft ist geprägt durch Fachwissen und hochspezialisierte Lösungen

Digitalisierung und Produktion 4.0 bedingen flexibel gestaltete Kleinteiligkeit und Individualisierung. Zulieferer müssen Lösungen liefern, die im Zweifel nicht LKW-weise verkauft werden. Kleine Lots für schlanke Einsätze sind gefragt. Solche Projekte werden von Firmen auch bereits im Alltag realisiert – von denen hier zwei exemplarisch vorgestellt werden sollen.

Eine Entwicklung übrigens, die bei Weserland im wesentlichen auf offene Türen trifft – denn der hannoversche Spezialist für individuelle Resultate, setzt genau dort an: Kunden fragen konkrete, spezialisierte Lösungen an, die dann in den Labors realisiert werden. Mengen spielen da oft keine herausragende Rolle.

„Welches Potenzial bietet Textil für eine Wirtschaft 4.0 – und wie stellen sich die textilen Branchen selbst auf diese Zukunft ein?“, so fragen Alexander Artschwager und Meike Tilebein von Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung in ihrem Artikel in „melliland Textilberichte“ und die folgenden Beispiele ausführlich vorstellen.

Ein solches Potenzial findet sich in Baden-Württemberg. das nicht nur Weltmarktführer im Bereich Strickmaschinen ist, sondern auch innovative, erfolgreiche Zulieferer für den Bereich der technischen Textilien hat. Und die neue, kundenindividuelle Produktion – speziell im medizintechnischen Bereich – sind in diesem Kompetenzcluster vertrauter als in vielen anderen Branchen.

Einzelne automatisierte Abläufe sind hier bereits über Unternehmensgrenzen hinweg verfügbar. So ist es bereits heute möglich, für die individualisierte Kompressionstherapie Körpermaße, z.B. für Beine, mit Scannern zu erfassen. Per Web-Frontend werden diese an die Hersteller für medizinische Kompressionsprodukte übertragen. So entsteht ein Prozess, der weitestgehend digital abgebildet wird. Das Endprodukt ist so kleinteilig, dass jeglicher Gedanke an eine Massenfertigung damit vorbei ist.

Die digitalisierte und vollautomatisierte Produktion der Zukunft bleibt dennoch aktuell eine große strategische und technische Herausforderung. Der digitale Wandel und der hierzu notwendige Transformationsprozess müssen mit den bestehenden organisatorischen und technischen Möglichkeiten in Einklang gebracht werden.

Material und Herstellung in kleinsten Mengen

Auch in anderen Bereichen bringen die Unternehmen neue Impulse in Sachen Produktionstechnik, Produktlösungen oder Dienstleistungen ein. Die Adidas AG aus Herzogenaurach hat ihre erste „Speedfactory“ im fränkischen Ansbach aufgebaut. Hier werden Sportschuhe individualisiert nach Kundenwunsch gefertigt. Es werden sowohl der Design- und Individualisierungsprozess als auch die eigentliche Herstellung der Sportartikel in einem automatisierten und hochflexiblen Produktionsprozess zusammen geführt.

Ein Teil der Sohlen wird direkt aus geschmolzenem Kunststoff gespritzt und zusammengesetzt. Andere Teile der Sohle werden bereits sogar mittels 3D-Druck hergestellt. Wochen- oder gar monatelange Lieferzeiten für Einzelanfertigungen sowie die Lagerhaltung von Komponenten entfallen. Gleichzeitig müssen die benutzten Produkte, bzw. deren Komponenten, in allen Eigenschaften perfekt passen und auch im ersten Anlauf ohne Abstriche technisch funktionieren. Klebung, Eigenschaften und Material müssen „sitzen“, alles andere würde die Fertigung viel zu teuer machen.

So entsteht also ein Trend zur Individualisierung und zu kleineren Losgrößen, denen natürlich auch Lieferanten nachkommen müssen. Diese Zulieferer im Wachstumsmarkt technischer Textilien sind daher gefordert, ständig neue Anwendungsfelder zu erschließen und dabei permanent Anforderungen an Qualität und lösungsorientierter Technik mit hochspezialisiertem Fachwissen und Expertise zu begegnen.